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  • Lilly

Wertvolle Tipps zum Geldsparen - so kriegst du deine Finanzen in den Griff

Heute widme ich meinen Fokus mal dem Geld. Trotzdem wir alle Geld verdienen (müssen), ist es heutzutage in unserem Kulturkreis grösstenteils immer noch ein No-Go, jemanden zu fragen, wie viel er oder sie verdient oder ausgibt. Das gehört sich einfach nicht, das ist privat. Ist ja alles schön und gut aber wenn man nicht über seine finanziellen Verhältnisse reden kann (darf), wie soll man denn Vergleichswerte schaffen und prüfen, wie man gehaltstechnisch im Vergleich so abschneidet und ob man seine finanzielle Lage gut im Griff hat? Ich habe auch festgestellt, dass die Jugend von heute oft erschreckend gedankenlos mit Geld umgeht und sich ohne Weiteres den neuen TV auf Ratenzahlung leistet oder sich ein neues Auto mit Leasing finanziert. Ohne auch nur im Geringsten über etwaige Konsequenzen nachzudenken. Daher richtet sich dieser Post vordergründig an die jüngere Generation. Vielleicht denkst du ja gerade nach, deine erste eigene Wohnung zu beziehen. Oder du möchtest dir ein neues Auto anschaffen, weisst aber nicht wie genau du das finanzieren sollst. Ein bisschen Hilfestellung könnte da nicht schaden, oder? Da ich nebst Klugscheisserin auch diplomierte Betriebsökonomin und seit klein auf zahlenaffin bin, habe ich mir gedacht, ich gebe hier mal ein paar Tipps, wie man sein Gehalt vergleicht, wie man sich ein Budget aufstellt, worauf man bei Versicherungen achten sollte, was es mit Leasings und Krediten auf sich hat, wie die Steuerberechnung in der Schweiz funktioniert und wie man Steuern sparen kann. Da ich in der Schweiz lebe und mich mit den Gegebenheiten in anderen Ländern zu wenig auskenne, liegt der Fokus hier auf den Umständen in der Schweiz. Vieles davon lässt sich aber sicherlich auch in Deutschland oder Österreich anwenden und ich werde versuchen, auch für diese beiden Länder Infos zusammenzutragen.


Einnahmen und Vergleichsmöglichkeiten

Fangen wir mal mit den Einnahmen an. Nach denen solltest du dich unbedingt richten wenn du deine Ausgaben planst, ansonsten droht schnell mal die Überschuldung und das kann kritisch werden. Natürlich willst du möglichst hohe Einnahmen generieren aber wie viel Gehalt darfst du eigentlich verlangen? Was ist zu viel, was ist zu wenig? Darüber gibt dir der Medianlohn in deinem Land Bescheid. Das ist die Zahl, von der aus gesehen jeweils ein gleich grosser Anteil der Bevölkerung mehr bzw. weniger verdient, also die goldene Mitte. Diese Zahl kannst du als Vergleichswert für dein Gehalt nehmen, allerdings muss das noch etwas differenziert werden. Nicht jede Branche zahlt gleich gut und ein 50-jähriger Mitarbeiter verdient mehr als der 20-jährige Berufseinsteiger. Um dir stundenlange Recherchen zu ersparen, gibt es Medianlohnrechner im Internet:


Schweiz: Salarium

Österreich: Gehaltsrechner

Für Deutschland habe ich leider nichts gefunden, es gibt aber Statistiken nach Branche


Bei Salarium und Gehaltsrechner gibst du einfach deine Angaben ein und kriegst dann als Ergebnis den Medianlohn für deine Branche, dein Alter, Betriebszugehörigkeit etc. Hier ein Beispiel für das Ergebnis von Salarium:



Du findest "deine" Zahlen in der jeweiligen Sektion deiner Nationalität. Du musst allerdings noch ein paar Dinge zum angezeigten Medianlohn wissen. Boni, Weihnachtsgeld oder weitere Sonderzahlungen sind im angezeigten Medianlohn ebenso einberechnet, wie das anteilige 13. Monatsgehalt (sofern du 13. Monatsgehälter ausgewählt hast). Das heisst, dass der angezeigte Medianlohn immer 1/12 des Jahresgehalts entspricht. Der oben genannte Medianlohn für Schweizerinnen von 5592 CHF pro Monat ist inklusive 13. Gehalt und Bonus. Er entspricht also einem Jahresgehalt von 67'104 CHF (5592 CHF x 12). Tatsächlich erhält die Frau also pro Monat 5161 CHF ausbezahlt und mit dem 13. Monatslohn Ende Jahr kriegt sie noch einmal 5161 CHF. Du musst also Sonderzahlungen immer noch berücksichtigen.


Je nach Geschlecht, Nationalität und Aufenthaltsstatus variiert der Medianlohn und das teilweise gewaltig. Bei einem Beruf, den Männer und Frauen genau gleich gut ausüben können (wie z. Bsp. als Einkäufer/in, Projektleiter/in, in der Pflege, Erziehung etc.) bin ich der Meinung, dass diese Differenz zwischen Männern und Frauen äusserst unfair ist. Und ich habe nur selten gesehen, dass Männer finanziell benachteiligt werden. Deshalb mein Tipp an die Mädels: Geht bei eurem nächsten Vorstellungsgespräch bei den Gehaltsvorstellungen ruhig mal vom Medianlohn für Männer aus. Man kann beim späteren Feilschen immer noch etwas runtergehen oder den Auszug von Salarium ins Spiel bringen und mit einem galanten Lächeln fragen, wieso denn der neue Chef das Gefühl hat, dass ein Mann für dieselbe Arbeit mehr verdienen soll.

Den Medianlohn kann man übrigens auch hinzuziehen, wenn man schon lange mal eine Gehaltserhöhung will. Ich bin selbst vor ein paar Monaten mit meinem persönlichen Salarium Auszug zum HR Chef spaziert und habe den Männer-Median verlangt. Habe nicht die volle Differenz gekriegt, aber immerhin schon mal einen dicken Batzen mehr. Erwarte bei Gehaltserhöhungen nur nicht alles auf einmal. Du musst vielleicht den Kompromiss eingehen, dass das Gehalt in Teilen und nach einer bestimmten Dauer stückweise erhöht wird. Eine erste "Rate" sollte aber unter normalen Umständen schon zeitnah rausspringen, da darfst du gerne stur bleiben. Allerdings musst du natürlich vorab gute Arbeit leisten und die Gehaltserhöhung auch guten Gewissens damit begründen, dass du einfach einen tollen Job machst! Der Arbeitgeber will schliesslich auch was für sein Geld.


Hier noch ein paar allgemeine Bemerkungen zu Salarium: Wie du vielleicht feststellst, sind die Daten aus dem Jahr 2016 und daher schon relativ veraltet. Durch die jährliche Teuerung und die entsprechenden Lohnanpassungen, die in vielen Branchen üblich sind, kannst du den Medianlohn aber schon als Vergleichsbasis nehmen. Man kann davon ausgehen, dass in vielen Branchen die aktuellen Löhne höher sind als 2016. Sei dir aber bitte bewusst, dass es sich hier um eine Statistik handelt, die je nach Branche unterschiedliche Basisdaten hat. Soll heissen, bei einigen Branchen liegen vielleicht weniger Zahlen vor als in anderen. Das verfälscht die Ergebnisse. Nimm den Medianwert lediglich als einen ungefähren Richtwert und bohre nicht verbissen auf der Zahl rum, falls dein Arbeitgeber nicht bereit ist, so viel zu bezahlen. Es ist alles Verhandlungssache aber wir Mädels dürften schon gerne mal finanziell etwas zulangen und uns selbstbewusster verkaufen, daran können wir uns an den Männern ein Beispiel nehmen. Seid mutig!


Ausgaben im Überblick behalten

Jetzt, da die Einnahmen stimmen, gehen wir weiter zu den Ausgaben. Wer schon eine eigene Wohnung hat oder mit dem Partner zusammen wohnt, weiss, was finanziell nach dem Auszug aus dem Elternhaus auf einen zukommt. Ich habe aber in der Vergangenheit immer wieder festgestellt, dass viele der jungen Menschen, die ausziehen wollen, überhaupt keinen Schimmer davon haben, wie viele Auslagen da eigentlich tatsächlich kommen. Habe schon einigen Leuten bei ihrer Finanzplanung geholfen und mit ihnen zusammen ein Budget erstellt. Das ist nämlich das A und O: Ein Jahres- oder Monatsbudget zu haben. Ganz besonders dann, wenn man gerade das Elternhaus verlässt und vielleicht noch nicht ganz den kompletten finanziellen Überblick hat! Ja ich weiss, es ist mühsam und viele werden den Aufwand nicht gerne auf sich nehmen. Aber es kann sich echt lohnen und es ist extrem simpel - wenn man alle Ausgaben kennt. Um dir dabei eine Hilfestellung zu geben, habe ich ein Beispiel für eine Excel Tabelle erstellt, kriege es leider aber nicht gebacken, das Excel anständig zu importieren. Daher hier einfach ein Printscreen davon, als Anregung für dich:

Das ist im Prinzip das Budget, mit dem ich arbeite und das den Grossteil der regulären monatlichen und jährlichen Ausgaben beinhaltet. Du kannst das ziemlich simpel im Excel darstellen und die entsprechenden monatlichen und jährlichen Summen ziehen. Zum verfügbaren Einkommen zählst du dann einfach noch dein Kontostand vor Lohnauszahlung dazu, fertig! Falls du vorhast auszuziehen und keine Ahnung davon hast, was wie viel kosten wird, hier ein paar Tipps und Hilfestellungen zu den einzelnen Ausgabeposten:


- Miete: Achte darauf, dass die Wohnungsmiete inklusive Nebenkosten und Parkplatz höchstens 1/3 deines Nettoeinkommens (also des ausbezahlten Lohns) beträgt. Das ist auch in Deutschland und in Österreich eine bekannte Faustregel.

- Strom: Diese Ausgaben können pro Wohnort unterschiedlich sein. In der Schweiz habe ich zwischen 300 und 500 CHF jährlich dafür ausgegeben. Meistens kommen die Rechnungen quartalsweise oder halbjährlich.

- Handy, TV, Internet: Heutzutage gibt es Abos, die alles inkludieren. Es lohnt sich, die verschiedenen Anbieter und ihre Angebote zu vergleichen. Mach den Vergleich auch immer mal wieder zwischendurch, kann sein dass dein Abo plötzlich veraltet ist und du eigentlich mit einem anderen Abo viel günstiger davonkommst.

- Serafe: Diese Rechnung wird für den TV- und Radioempfang gestellt. Die Jahresgebühr beträgt für alle Haushalte in der Schweiz 365 CHF pro Jahr und wird jeweils im ersten Halbjahr fällig.

- Kantons-, Gemeinde-, Bundessteuer: Dies dürfte in der Schweiz einer der höchsten Ausgabeposten sein. In Deutschland werden die Steuern soweit ich weiss vom Monatsgehalt abgezogen. In der Schweiz solltest du ca. 1 Brutto-Monatsgehalt für die Steuern kalkulieren, je nach Steuerfuss in deiner Gemeinde. Viele Gemeinden in der Schweiz erlauben Teilzahlungen, einige verlangen die komplette Zahlung per November oder Dezember. Wegen den Verzugszinsen würde ich dir raten, nach Möglichkeit Komplettzahlungen zu leisten und pünktlich zu bezahlen. Wie du Steuern sparen kannst, verrate ich dir weiter unten im Post.

- Strassenverkehrsamt: Einmal jährlich erhältst du eine Abrechnung für die Verkehrsabgabe für Fahrzeuge, die auf deinen Namen eingelöst sind. Die Abgabe kannst du online berechnen, aber Achtung, jeder Kanton erhebt unterschiedlich hohe Abgaben. Wo dein Fahrzeug gemeldet ist, dort bist du abgabepflichtig.

- Krankenkasse: Das ist die obligatorische Krankenversicherung. Hier gibt es riesige Unterschiede und viele Einsparmöglichkeiten, die ich dir weiter unten im Post näher erläutere.

- Monatskarte ÖV: Diese Kosten kannst du ganz einfach online prüfen und entweder als Monats- oder Jahresbetrag einfügen.

- Versicherungen: Darauf gehe ich später auch noch einmal näher ein. Es gibt unzählige Versicherungen aber man braucht bei weitem nicht alle. Die auf dem Budget genannten sind die Versicherungen, die ich zum Beispiel abgeschlossen habe.

- 3. Säule: Das ist die private Vorsorge 3a. Das ist freiwillig und je nach dem wo man den Vertrag abgeschlossen hat, kann man die Beitragshöhe und ob man überhaupt monatlich einzahlen will, frei festlegen. Darauf gehe ich auch später nochmal ein, da die 3. Säule eine gute Möglichkeit ist, um Steuern zu sparen.

- Kreditkartenrechnung: Wenn du über eine Kreditkarte verfügst, schau dir mal an, was du im letzten Jahr oder die vergangenen Monate im Monatsschnitt ca. ausgegeben hast. Dann hast du deine Erfahrungswerte. Ansonsten, schätze einfach! Aber lieber zu hoch, als zu niedrig.

- Lebensmittel/Sonstiges: Das dürfte dein grösster monatlicher Ausgabeposten sein. Ich habe hierfür jeweils 1/4 meines monatlichen Nettoeinkommens eingeplant.


Es ist anfangs ein grosser Aufwand, alle Zahlen zusammenzutragen. Sobald du das File aber einmal erstellt hast, reicht ein Update pro Monat. Ich mache das zum Beispiel, wenn ich sowieso meine Rechnungen bezahle. Und vergiss nicht, dass du zu der Summe des verfügbaren Einkommens auch noch das Geld addieren musst, das sich vor Auszahlug des Lohns noch auf deinem Konto befindet, da das Budget lediglich deine Einnahmen und Ausgaben gegenüberstellt. Wenn du aber alles einmal kreiert hast, überwiegen die Vorteile:


1. Du behältst jederzeit den finanziellen Überblick

2. Du erkennst, wo deine grössten Auslagen sind und kannst ggf. korrigieren

3. Du bist vor bösen finanziellen Überraschungen geschützt

4. Du weisst, in welchen Monaten es etwas eng werden könnte und kannst vorsorgen

5. Wenn Jahresrechnungen andere Beträge aufweisen, fällt dir das sofort auf

6. Du kannst dir Sparziele setzen und auf diese Weise ganz simpel verfolgen


Natürlich sind die Ausgaben in meiner obigen Liste nicht abschliessend und es gibt viele solche Excel Files zum downloaden, du musst also nicht zwingend alles von 0 aufbauen. Es ist auf jeden Fall ratsam, wenn du auf irgendeine Art einen Überblick über deine finanzielle Situation hast - es kann dir viel Ärger und Ängste ersparen und dir sogar helfen, ein bestimmtes Sparziel zu erreichen.


Was du bei Versicherungen beachten solltest

Es gibt viele verschiedene Versicherungen und jeder Versicherungsvertreter wird dir zweifellos aufschwatzen wollen, dass du sie alle unbedingt brauchst. Natürlich ist dem nicht so. Grundsätzlich rate ich dir, Versicherungen immer online zu vergleichen und nicht einfach beim netten Vertreter zu unterschreiben. Es lohnt sich auf jeden Fall, bei Versicherungen hast du gewaltiges Sparpotential! Die besten online Checks dürften folgende sein:


Schweiz: Comparis

Deutschland: Check 24

Österreich: Versicherungen.at


Im folgenden Teil findest du eine Zusammenfassung für die verschiedenen Versicherungen mit einfachen Erklärungen zu den Fachbegriffen und was du allgemein beachten solltest, um deine Ausgaben so gering wie möglich zu behalten.


- Krankenkasse:

Es gibt in der Schweiz die obligatorische Grundversicherung, das heisst, jeder muss sich krankenversichern lassen. Dabei gibt es die Grundversicherung und Zusatzversicherungen (z. Bsp. Zahnversicherung, Brillen und Kontaktlinsen, Mutterschaft etc.). Es kann sich lohnen, Zusatzversicherungen und was sie alles abdecken, unter die Lupe zu nehmen. Mit teilweise relativ geringen Prämien kannst du hohe Ausgaben versichern lassen. Lies aber immer das Kleingedruckte und in welchem Umfang und Zeitabstand die Versicherung die Ausgaben tatsächlich übernimmt. Wenn du selten beim Arzt bist und wenige von einer Zusatzversicherung gedeckte Ausgaben hast, dann rate ich dir zu der einfachen Grundversicherung.


Bei der Krankenkasse musst du dich für eine Jahresfranchise entscheiden. Das ist ein festgelegter Betrag (z. Bsp. 300 / 500 / 1500 / 2500 CHF), den du mit Arzt-, und Medikamentenkosten innert einem Jahr erreichen musst, bis deine Versicherung anfängt zu bezahlen. Sprich, hast du eine Franchise von 1500 CHF gewählt, musst du alle anfallenden Arztkosten bis 1500 CHF aus eigener Tasche bezahlen. Danach übernimmt die Versicherung. Aber Achtung: Sie übernimmt die Kosten nicht vollständig, da du immer noch einen Selbstbehalt von 10% der Rechnungsbeträge selber berappen musst, auch wenn du die Franchise von 1500 CHF bereits erreicht hast! Allerdings beträgt dein Selbstbehalt maximal 700 CHF im Jahr und ist unabhängig von der Höhe der Franchise.

Die Höhe der Franchise kannst du am besten mit folgender Faustregel bestimmen: Wenn du jährlich mehr als 2000 CHF Arztkosten hast, dann nimm 300 CHF Franchise. Ansonsten, wähle 2500 CHF. Warum? Weil die monatlichen Prämien bei einer tiefen Franchise natürlich viel höher ausfallen, als bei 2500 CHF. Das liegt daran, dass das Risiko für die Versicherer, bei einer tiefen Franchise Rechnungen bezahlen zu müssen viel höher liegt, als wenn du erst mal 2500 CHF Arztrechnugen sammeln musst, bevor die Versicherung zahlt. Damit die Rechnung aber aufgeht, musst du unbedingt folgendes tun:


1. Vergleiche online die Prämien mit deinen gewünschten Versicherungsleistungen einmal für Franchise 300 CHF und einmal für Franchise 2500 CHF und notiere dir die Differenz der monatlichen Prämienzahlung.


2. Wenn du dich für die höhere Franchise entscheidest, lege die Differenz zwischen den beiden Prämien monatlich zur Seite. Das ist dein Notfallgroschen, falls mal hohe Arztrechnungen auf dich zukommen sollten. Du solltest im schlimmsten Fall in der Lage sein, 3200 CHF innert einem Jahr selber berappen zu können (2500 CHF Franchise + 700 CHF Selbstbehalt).


Es sieht auf den ersten Blick so aus, als ob das idiotisch ist. Wenn du aber kein Krankheitsfall bist, sparst du hier im Jahr locker mehrere hundert oder sogar tausend Franken an. Und wenn du 1 Jahr mit wenigen oder gar keinen Arztrechnungen ausgekommen bist gehört dir der Schotter und du kannst damit machen was du willst. Dann ist es auch nicht so schlimm, falls doch mal hohe Arztkosten auf dich zukommen, langfristig gesehen sparst du trotzdem massiv viel Geld. Und noch ein kleiner Tipp am Rande: Alle Franchisen zwischen 300 und 2500 CHF sind meiner Meinung nach nur zur Verwirrung da und du zahlst bei denen normalerweise unnötig drauf.


Eine Unfallversicherung musst du über die Krankenkasse nicht eindecken, wenn du angestellt bist und mindestens 8 Stunden pro Woche arbeitest. Dann nämlich bist du für Berufs- und Nichtberufsunfälle durch den Arbeitgeber bereits versichert. Das heisst, auch wenn du in deiner Freizeit einen Unfall baust, deckt die Versicherung deines Arbeitgebers die Kosten und beinhaltet meistens auch Krankentaggelder, wenn du eine Zeit lang arbeitsunfähig wirst. Hier lässt sich also ebenfalls Geld sparen, sofern du angestellt bist.


Weiter solltest du bei der Krankenkasse auf das Versicherungsmodell achten. Standard bedeutet, freie Ärztewahl, du kannst gehen wohin du willst. Allerdings ist dies das teuerste Modell. Das Hausarztmodell schreibt vor, dass du der Versicherung deinen Hausarzt angeben und bei einem Krankheitsfall immer zuerst deinen Hausarzt aufsuchen musst. Du kannst nicht mal schnell in die Arztpraxis nebenan, wenn das nicht dein Hausarzt ist. Für dieses Modell gibt es Rabatte. Ein weiteres Modell ist das Telmed-Modell, bei dem du dich in erster Linie an eine telefonische Beratung wenden musst, die dich dann ggf. einem Arzt zuteilt. Auch hierfür gibt es Rabatte. Das günstigste Modell ist das HMO Netzwerk. Hier verpflichtest du dich, im Krankheitsfall zu einer Gemeinschaftspraxis zu gehen, die du im Vorfeld auswählen kannst.

Vom Standardmodell würde ich dir abraten, da es zwar das flexibleste, aber auch teuerste Modell ist. Ich bin bisher mit dem Hausarzt- oder HMO Modell gut gefahren. Da du den Arzt beziehungsweise die Praxis vorab selber aussuchen kannst, sind das keine grossen Umstände für dich. Wenn du aber umziehst, könnte es zum Problem für dich werden. Daher bei Umzug immer im Hinterkopf haben, was für ein Modell du gewählt hast und es ggf. anpassen. Apropos Umzug: Je nach Wohnort sind die Prämien unterschiedlich hoch, bei einem Umzug lohnt sich also der online Prämienvergleich der Krankenkasse.


Ein abschliessender Tipp: Du kannst deine Wunsch-Franchise und dein Versicherungsmodell jeweils jährlich bis zum 30. November ändern oder deinen Krankenkassenanbieter bis zu diesem Datum wechseln. Der Antrag muss bei der bestehenden Versicherung entweder online oder besser per Einschreiben bis zu diesem Datum eingehen und die Änderung greift ab dem 1. Januar im neuen Jahr. Wenn du zu einer neuen Versicherung wechselst, übernimmt diese im Normalfall alle Formalitäten für den Wechsel, das ist sehr simpel für dich. Und noch etwas: Falls du weisst, dass nächstes Jahr hohe Arztkosten auf dich zukommen, kannst du übrigens auch einfach deine Franchise per Ende November dieses Jahr auf 300 CHF setzen und im Folgejahr wieder auf 2500 CHF erhöhen.


- Hausrat- und Privathaftpflichtversicherung:

Viele Vermieter schreiben diese Versicherung vor. Aber auch wenn nicht würde ich dir dringend zum Abschluss einer solchen raten, es kann nämlich hier schnell teuer werden. Einfach gesagt, deckt die Hausratversicherung Schäden an deinem Hausrat ab, die Privathaftpflichtversicherung übernimmt Schäden, die du anderen Personen oder ihrem Eigentum zufügst, inklusive Schäden an der Mietwohnung. Ich rate dir, diese beide Versicherungen in einer Police abzuschliessen. Bevor du aber eine Versicherung abschliesst, möchte ich dir einige Begriffe erklären.


- Versicherungssumme: Das ist die maximale Summe, welche die Versicherung bei einem Ereignis bezahlen muss. Wenn du teure Gegenstände wie ein grosser Flachbildschirm, Laptops, Schmuck etc. in der Wohnung aufbewahrst und deine Wohnung abfackelt, übernimmt die Versicherung die Kosten nur bis zu der gewählten Versicherungssumme. Wenn du diese zu tief wählst und dein Hausrat mehr Wert hat, liegt eine Unterversicherung vor und die Zahlung an dich wird anteilmässig gekürzt. Wenn du viel zu hoch schätzt, liegt eine Überversicherung vor und die Versicherung übernimmt nur den tatsächlichen Wert deines zerstörten Hausrats. Mach eine Liste und schätze ein, was es kosten würde, wenn du heute deinen gesamten Hausrat neu kaufen müsstest. Pi mal Daumen reicht völlig. Schätze aber wenn dann lieber etwas höher als zu tief!

- Glasbruch: Das würde ich auf jeden Fall mit eindecken. Darunter fallen nämlich auch Schäden an Lavabos, Kochfelder, Badewannen, Gebäudeglas etc. Es ist schnell passiert, dass dir ein Gewürzglas beim Kochen aus den Händen rutscht und dem Glaskeramikherd einen Sprung verpasst. Oder dass du ein Parfümfläschchen ins Lavabo fallen lässt. Diese Schäden musst du ohne Versicherungsdeckung beim Auszug aus der Mietwohnung selber berappen.

- Einfacher Diebstahl auswärts: Unbedingt eindecken! Wenn du zum Beispiel ein Fahrrad, Laptop, Handy etc. hast, das dir unterwegs gestohlen werden könnte, hast du hier ein Risiko, das sich zu decken lohnt. Auch E-Bikes gehören darunter, solange sie nicht über 25 km/h fahren und über 500 Watt Tretunterstützung bieten. Wenn du den einfachen Diebstahl auswärts nicht eindeckst, zahlt die Versicherung nur, wenn der Diebstahl bei dir zu Hause stattgefunden hat!

- Neuwert und Zeitwert: Hier musst du verstehen, dass Versicherungen für alles eine Tabelle haben, die angibt, welcher Gegenstand nach wie vielen Jahren noch wie viel Wert besitzt. Ein 5 Jahre altes Fahrrad ist heute nicht mehr so viel Wert wie beim Kauf damals. Wenn du eine Sache zum Neuwert versicherst, wird bei einem Schaden ermittelt, wie viel ein neues Fahrrad mit ähnlicher Ausstattung, Grösse etc. heute kostet und du erhältst im Schadenfall diese Summe - unabhängig davon, wie viel das Fahrrad vor 5 Jahren gekostet hat! Ist das Fahrrad zum Zeitwert versichert, erhältst du nur noch den Betrag, den dein Fahrrad gemäss Tabelle heute noch an Wert besitzt. Üblicherweise deckt die Hausratversicherung den Neuwert und die Privathaftpflicht den Zeitwert. Fahrräder und Sportgeräte sind aber oft zum Zeitwert versichert und es kann sich unter Umständen lohnen, diese zum Neuwert zu versichern. Wenn dein teures E-Bike nach 4 Jahren Gebrauch gestohlen wird und du nur noch einen Bruchteil des damaligen Kaufpreises erhältst, ist eine Neuanschaffung ziemlich teuer.

- Selbstbehalt: Dies ist der Betrag, den du selber zu berappen hast, wenn ein Schaden eintritt. Je niedriger du den ansetzt, desto höher wird deine Versicherungsprämie. Hier lohnt es sich, zu überlegen, wie wahrscheinlich ein Schadensereignis ist und mit wie vielen Kosten du dann rechnen musst. Beim einfachen Diebstahl zum Beispiel würde ich den Selbstbehalt relativ niedrig ansetzen, da dieses Ereignis doch ziemlich wahrscheinlich ist. Auch bei der Autoversicherung würde ich den Selbstbehalt auf ein Minimum reduzieren. Dort sparst du langfristig gesehen sehr viel Geld, falls dann doch mal ein Schaden auf dich zukommen sollte!

- Führen fremder Motorfahrzeuge: Dies betrifft die Privathaftpflicht. Wenn du auch nur gelegentlich ein fremdes Fahrzeug von Personen ausleihst, die nicht im selben Haushalt wohnen wie du, würde ich diese Deckung einschliessen. Falls du keinen Führerschein besitzt, schliesst du das logischerweise aus und hast somit Geld gespart.

- Wasserschäden: Hier locken die Versicherer gerne damit, dass man mit einer Deckung von Wasserschäden wirklich gut abgesichert ist. Aber Vorsicht: Die Versicherung bezahlt nur, wenn der Schaden durch zum Beispiel einen Rohrbruch, geborstene Wasserleitungen im Gebäude oder durch Auslaufen der Waschmaschine zustande gekommen ist. Schäden durch die umgekippte Vase, das Loch im Wasserbett oder das zerbrochene Aquarium sind in der Hausratversicherung nicht eingedeckt! Dafür gibt es spezielle Zusatzversicherungen. Es ist gut wenn man Wasserschäden versichert, hat man aber noch zum Beispiel ein Aquarium zu Hause, sollte man das unbedingt separat versichern lassen.

- Tierversicherung: Es gibt die Möglichkeit, Haustiere über eine Zusatzversicherung im Hausrat zu versichern. Du kannst aber auch spezielle Tierversicherungen vergleichen. Achte darauf, dass du deinen Liebling aber nur bei einer Versicherung eindeckst, sonst zahlst du doppelte Prämien. Es lohnt sich, bei Haustieren eine Versicherung einzuecken, da Tierarztkosten sehr schnell sehr hoch ausfallen können und Tiere gerne mal Schäden an der Mietwohnung verursachen. Für Neuaufnahmen sind Altersbeschränkungen der Tiere gegeben! Oft können sie nur bis zum 6. oder 7. Lebensjahr aufgenommen werden.


Ein Tipp für dich, wenn du zur Miete wohnst: Normale Abnutzungen sind vom Vermieter zu tragen (z. Bsp. farbliche Veränderungen an den Wänden oder normale Kratzer im Parkett). Löcher in den Wänden hast du fachmännisch ausbessern zu lassen, eigenhändig farbig angemalte Wände beim Umzug meist wieder in den ursprünglichen Zustand zu setzen und Schäden durch Missgeschicke hast du zu melden. Schicke die dafür erhaltenen Rechnungen für die Ausbesserungen an deine Privathaftpflichtversicherung. Diese übernimmt in vielen Fällen einen Grossteil der Kosten und deine Prämie steigt im Normalfall dadurch nicht an! Ausgenommen sind Raucherschäden, die musst du selber berappen.


- Privat- und Verkehrsrechtsschutz:

Die Privatrechtsschutzversicherung übernimmt einfach gesagt die Kosten bei Streitigkeiten im Privatrecht (z. Bsp. bei Rechtsfällen im Miet- oder Kaufrecht), die Verkehrsrechtsschutzversicherung übernimmt die Kosten bei Rechtsstreitigkeiten im Strassenverkehr (z. Bsp. nach einem Unfall oder bei Streitigkeiten bezüglich Leasings). Dabei musst du nicht einmal Lenker/in sein, auch wenn du als Fussgänger/in in einen Rechtsstreit gerätst, übernimmt der Verkehrsrechtsschutz. Es lohnt sich, hier online Offerten einzuholen, denn die jährlichen Prämien sind im Vergleich zu Anwaltshonoraren ziemlich bescheiden. Prüfe aber, ob du nicht über eine andere Versicherung oder einen Verband bereits versichert bist. Und gib im Zweifelsfall einer Versicherung den Vorzug, die eine freie Wahl deines Anwalts erlaubt. Anwälte, die von der Versicherung vorgeschlagen werden, wollen oft ihren Aufwand minimieren und können (zu) schnell einem Vergleich zustimmen. Noch ein Tipp: Bist du im Urlaub häufig mit Mietwägen unterwegs, decke unbedingt eine Auslands-Rechtsschutzversicherung ein.


- Fahrzeugversicherung:

Wenn du ein Auto besitzt, ist die Haftpflichtversicherung in der Schweiz obligatorisch. Sie versichert Schäden, die du mit deinem Auto anderen Fahrzeugen, Menschen oder Tieren zufügst. Die Schäden an deinem eigenen Auto sind damit aber nicht versichert! Diese kannst du mit einer Teil- oder Vollkaskoversicherung eindecken. Die Teilkaskoversicherung deckt einfach gesagt Schäden ab, für die du nichts kannst (z. Bsp. Marderschäden, Sturmschäden, Glasschäden etc.). Die Vollkaskoversicherung deckt auch Schäden ab, die du blöderweise selber verursacht hast (z. Bsp. der Kratzer beim schwungvollen Einparkieren, die Schäden am eigenen Fahrzeug bei einem durch dich verursachten Auffahrunfall etc.).

Natürlich gibt es erhebliche Unterschiede bei den Prämien und nicht immer ist die höchste Versicherung auch notwendig. Hier erkläre ich dir einige Begriffe und was du mindestens alles eindecken solltest.


- Selbstbehalt: Je höher der gewählte Selbstbehalt, desto tiefer die Prämie. Heisst aber auch, dass du tiefer in die Tasche greifen musst, sobald ein Schaden passiert ist. Bei Teilkasko lohnt sich ein Selbstbehalt kaum, da die Prämieneinsparungen zu tief sind. Sprich, bei Teilkasko würde ich Selbstbehalt 0 wählen. Bei Vollkasko kann es sich lohnen, einen Selbstbehalt einzubauen. Allerdings nicht zu hoch! Bedenke, wenn es zu einem Schaden kommt, musst du die Höhe des Selbstbehalts selber bezahlen. Wenn du ein teures Auto fährst, würde ich hier auch einen möglichst kleinen Selbstbehalt wählen. Es kann sich wirklich lohnen, Unfälle sind schnell passiert.

- Bonusschutz: Würde ich eindecken. Wenn du einen Schaden meldest, wird deine Prämie im Normalfall im kommenden Jahr ansteigen, weil du den Bonus "verspielt" hast und in eine teurere Prämienklasse fällst. Dagegen schützt dich der Bonusschutz zu einem geringen Preis.

- Mitgeführte Sachen: Wenn du in deiner Hausratversicherung den einfachen Diebstahl auswärts eingedeckt hast, lohnt sich die Eindeckung mitgeführter Sachen kaum.

- Parkschaden: Deckt Schäden, die deinem Auto durch Andere zugefügt werden (und die sich dann einfach aus dem Staub machen). Diese Deckung würde ich allerdings nur bei Neuwagen empfehlen, die häufig im Freien parkiert werden, da die Prämie doch relativ hoch ist und bei älteren Autos sicherlich schon ein paar Kratzer vorhanden sind. Falls du aber den Parkschaden eindecken möchtest, vergleiche den Deckungsumfang der verschiedenen Versicherer in ihren AVBs, die du mit der Offerte erhältst!

- Insassen- / Unfallversicherung: Meistens nicht nötig, da man in der Schweiz sowieso durch den Arbeitgeber oder die Krankenkasse unfallversichert ist. Diese Deckung ist nur empfehlenswert, wenn du häufig ausländische Gäste aus Ländern ohne Versicherungspflicht in deinem Auto mitnimmst.

- Entschädigung bei einem Totalschaden: Jede Versicherung hat ihre eigene Tabelle, wie viel Prozent des Neuwertes sie nach einer bestimmten Anzahl Betriebsjahre des Autos noch ausbezahlt. Hier können massive Unterschiede zwischen den Versicherungen auftreten! Die entsprechenden Angaben findest du ihn den allgemeinen Vertragsbedingungen, die mit der Offerte mitgeliefert werden müssen. Stelle hier unbedingt Vergleiche an, es kann sich lohnen. Je höher der prozentuale ausbezahlte Wert bei Totalschaden, desto besser für dich.

- Vollkasko vs. Teilkasko: Eine Vollkaskoversicherung lohnt sich prinzipiell nur in folgenden Fällen:


1. Du hast einen Neuwagen gekauft (Ist dein Auto älter als 4 Jahre, steig auf Teilkasko um)

2. Dein Fahrzeug ist geleast (Vollkasko ist hier i.d.R. Pflicht!)

3. Freunde und Familie benutzen dein Fahrzeug häufig

4. Du oder ein Mitbenutzer sind Neulenker

5. Du baust regelmässig Unfälle und Kollisionen


Achte besonders auf das Alter deines Fahrzeugs! Die Entschädigungen bei einem Totalschaden sinken meist zwischen dem dritten und vierten Betriebsjahr rapide in den Keller, so dass du immer noch die hohe Vollkasko-Prämie bezahlst, bei einem Totalschaden aber nur noch sehr wenig vom Neuwert ausbezahlt kriegst. Wenn du auf Teilkasko wechseln willst, mach das im Frühling. Im Winter ist wegen allfälligen schlechten Witterungsverhältnissen das Risiko eines Schadens noch hoch. Folgendes solltest du bei einem Wechsel von Voll- auf Teilkasko beachten:


1. Vergleiche online die Prämien und die allg. Versicherungsbedingungen

2. Achte auf die Vertragslaufzeit. Hast du zum Beispiel einen 5-Jahresvertrag und wechselst nach 3 Jahren bei derselben Versicherung auf Teilkasko, lass dich nicht verarschen, indem du einen neuen 5-Jahresvertrag unterschreibst! In Gegenteil: Verlange ein jährliches Kündigungsrecht. Normalerweise zeigen sich die Versicherungen hier kulant.

3. Wenn du zu einer anderen Versicherung wechseln möchtest, kannst du deine alte Versicherung auf das festgelegte Vertragsende kündigen. Normalerweise muss die Kündigung spätestens 3 Monate vor Vertragsende bei der Versicherung eingehen. Oft übernehmen die neuen Versicherungen die Kündigung der alten Versicherung für dich.


- Wann kannst du ausservertraglich deine Versicherung kündigen?

Prinzipiell in folgenden 4 Fällen:

1. Nach einem Schaden. Teilt dir die Versicherung mit, dass sie für den Schaden aufkommt, kannst du trotzdem bis spätestens 14 Tage nach dem Bescheid kündigen. Die Versicherung bezahlt trotzdem für den vorliegenden Schaden. Ausnahme: Bei einem Totalschaden oder der Schaden ereignet sich im ersten Versicherungsjahr.

2. Bei einem Fahrzeugwechsel

3. Bei Prämienänderungen vonseiten Versicherung. Dein Kündigungsschreiben muss aber spätestens am letzten Tag des laufenden Versicherungsjahres bei der Versicherung eintreffen.

4. Bei einem Halterwechsel. Wird das Auto auf eine andere Person übertragen, kann diese innert 14 Tagen nach Übertragung des Fahrzeugausweises die Versicherung wechseln.


Deine bezahlte Prämie gilt für ein Jahr. Kündigst du die Versicherung vor Ablauf des Jahres, erstattet dir die alte Versicherung die Differenz zurück, da du ihren Versicherungsschutz ja nicht für ein volles Jahr in Anspruch genommen hast.


- Reiseversicherung:

Wenn du oft reist, dann lohnt sich eine jährliche Reiseversicherung, anstatt sich jede Reise separat vom Reisebüro versichern zu lassen. Es gibt viele verschiedene Anbieter, die solche Versicherungen im Baukastenprinzip anbieten. Eine Annulations-Versicherung zahlt normalerweise bei folgenden Fällen die Annulationskosten (inkl. Bearbeitungsgebühren des Reisebüros) für deine gebuchte Reise:


1. Unfall

2. Erkrankung

3. Todesfall

4. Naturkatastrophen / Epidemien

5. Unruhen im Ferienland

6. Airline- oder Bahnstreik

7. Arbeitsplatzverlust kurz vor Reiseantritt


Nicht gedeckt sind:


1. Annulation wegen Beziehungsproblemen

2. Verlust oder Beschädigung des Reisegepäcks. Decke das am besten in einer Zusatzversicherung über die Hausratpolice ab, das kommt im Normalfall günstiger!

3. Pannenhilfe. Wenn du oft mit dem Auto verreist, decke das am besten über deine Autoversicherung (Assistance Versicherung, Pannenhilfe) mit ein. Die Versicherungsdeckung beschränkt sich meist auf Europa.

4. Heilungskosten ausserhalb Europas. In Europa reicht meist die obligatorische Grundversicherung über die Krankenkasse und die Unfallversicherung des Arbeitgebers. Reist du aber oft ausserhalb Europas, kann eine entsprechende Zusatzversicherung bei der Krankenkasse viel Geld und Ärger ersparen.


Es gibt noch viele weitere Versicherungen wie zum Beispiel die Lebensversicherung. Diese kann sich trotz jungen Jahren lohnen. Vor allem aber wenn Kredite oder Hypotheken auf deinen Namen laufen, kannst du diese über die Lebensversicherung abdecken, so dass deine Hinterbliebenen nach deinem Tod nicht dafür aufkommen müssen. Auch wenn wegen Reduktion deines Arbeitspensums Beiträge an die 2. Säule fehlen, kann sich eine Lebensversicherung lohnen. Lass dich hierzu am besten von deiner Versicherung beraten, hole dir aber auf jeden Fall Offerten von verschiedenen Versicherungen zum Vergleich ein!


Du siehst, mit der Wahl der richtigen Versicherungen und Deckungen lässt sich viel Geld sparen. Vor allem wenn ein Schaden eintritt und du in weiser Voraussicht die passenden Versicherungen abgeschlossen hast. Du solltest aber darauf achten, gewisse Ereignisse nicht doppelt zu versichern (z. Bsp. Unfallversicherung über Krankenkasse obwohl du beim Arbeitgeber versichert bist, Pannenhilfe über Fahrzeug- und Reiseschutzversicherung gedeckt etc.). Es war nie einfacher als heute, die verschiedenen Versicherungen und ihre Prämien zu vergleichen. Mit den Online-Portalen, die ich eingangs erwähnt habe, kannst du dir viel Zeitaufwand sparen und hast alle Vergleiche auf einen Blick. Die nervigen Beraterbesuche kannst du so auf ein Minimum reduzieren. Aber auch wenn du schon jahrelang Kunde bei einer Versicherung bist - ein sporadischer Prämienvergleich kann nur zu deinem Vorteil sein! Schlussendlich, lass dich nicht von Fachbegriffen einschüchtern. Die gängigsten kennst du jetzt und kannst allfällige fragwürdige Argumente von Beratern gekonnt entkräften.


Was du bei Krediten und Leasings beachten solltest

Heutzutage kann man fast alles auf Raten kaufen. TV, Waschmaschinen, Laptops, Autos. Die vermeintlich günstigen monatlichen Leasingraten verlocken zu voreiligen Geschäftsabschlüssen und es kann sein, dass du deine Finanzen schnell mal überstrapazierst, da du dir monatliche Ratenzahlungen über lange Zeiträume aufhalst! Bedenke dass du vielleicht mal in eine teurere Wohnung ziehen möchtest oder den lange ersehnten Urlaub geniessen willst. Wenn du 5 verschiedene monatliche Ratenzahlungen mit Laufzeiten zwischen 12 und 72 Monaten an der Backe hast, musst du schon sehr gut planen. Grundsätzlich rate ich dir davon ab, kleinere Anschaffungen (Laptops, Handys, TV etc.) mit Ratenzahlung zu finanzieren. Am Ende bezahlst du immer mehr, als wenn du einfach den kompletten Kaufpreis dafür bezahlt hättest. Überlege dir, ob du die Ausgabe wirklich unbedingt sofort tätigen willst und setze dir eine Obergrenze für die Kosten. Spare wenn nötig einige Monate für deinen neuen Laptop oder das neue E-Bike. Du wirst im Normalfall schneller das Geld zusammenhaben, als wenn du dir eine 48 Monate dauernde teure Ratenzahlung aufbrummst. Ansonsten leih dir kleinere Beträge von Freunden oder der Familie. Diese Kredite sind meistens zinslos und nicht an irgendwelche vertraglichen Bedingungen geknüpft. Übernimm dich aber nicht! Behalte dein Jahresbudget im Blick und zahle die Raten wie vereinbart zurück, ansonsten kann es zu bösen Reibereien in deinem privaten Umfeld kommen. Vermeide ohne Ausnahme die Aufnahme von Krediten, um bestehende Kredite abzubezahlen! Dann bist du faktisch überschuldet und musst deine Ausgaben radikal runterfahren, um da wieder rauszukommen.


Wenn du ein Auto kaufen möchtest, brauchst du aber im Normalfall eine Finanzierung mittels Leasing oder Kredit. Nicht viele Leute können das Auto mal schnell aus der eigenen Tasche bar bezahlen. Beim Autohändler locken heutzutage auch ziemlich viele, auf den ersten Blick ziemlich günstige Leasingangebote und es ist viel bequemer, das Leasingangebot anzunehmen, als auch noch teurer klingende Bankkredite zu prüfen. Ein Vergleich zwischen Leasing und Bankkredit lohnt sich aber!


Was für den Kredit spricht:

1. Das Auto gehört von Anfang an dir, beim Leasing bist du nicht Eigentümer und kannst am Ende der Laufzeit nur entweder das Fahrzeug kaufen oder der Garagist kauft es unter dem Marktpreis. Das heisst, der Garagist macht auf deine Kosten einen Gewinn.

2. Bei finanziellen Engpässen kannst du bei einem Kredit das Auto verkaufen und den Kredit zurückzahlen. Bei einem Leasing musst du bei vorzeitiger Vertragsauflösung einen hohen Betrag zahlen!

3. Du kannst frei wählen, wo du den Autoservice machen willst. Bei Leasing ist die Garage meist vorgeschrieben und vor allem vor Rückgabe des Wagens werden oft viele Dinge beanstandet, die du reparieren und selber berappen musst.

4. Du kannst dein Auto frei verändern und musst nicht mit der Leasingfirma Rücksprache halten oder die Änderungen am Ende der Laufzeit für viel Geld rückgängig machen lassen.

5. Du kannst deine Autoversicherungsdeckung frei wählen, während bei Leasing üblicherweise Vollkasko Pflicht ist.

6. Die Schuldzinsen eines Kredits kannst du von der Steuer absetzen, Leasingraten nicht!

7. Du kannst so viel fahren wie du willst. Beim Leasing gibt es in der Regel eine festgelegte maximale Anzahl Kilometer. Liegst du drüber, musst du pro km nachzahlen. Liegst du drunter, gibt es normalerweise keine Entschädigung.

8. Oft sind Raten in einem Kredit nicht fix. Du bezahlst einen gewissen Zinssatz pro Jahr. Im Laufe der Abzahlung, werden die monatlichen Raten kleiner, weil sich der Zinssatz auf den jeweiligen Restbetrag des Kredits beziehen. Hier gibt es viele Optionen, die Banken dir unterbreiten können. Beim Leasing hast du normalerweise fixe Raten zu zahlen.

9. Bei einem Barkauf (den du nach Aufnahme eines Kredits tätigen kannst) kannst du bei Autohändlern oft einen saftigen Rabatt rausschlagen.


Wann ist denn ein Fahrzeug-Leasing nun sinnvoll?


1. Wenn du alle paar Jahre ein neues Auto haben willst und dich die Eigentumsfrage nicht interessiert.

2. Wenn du selbstständig bist und die Leasingraten über die Firma abrechnen und vom Gewinn abziehen kannst.

3. Wenn Geld keine Rolle spielt.


Fazit: Für Privatpersonen ist ein Fahrzeug-Leasing meist teurer und bietet viele Nachteile gegenüber einem Bankkredit. Meist kommt die berechtigte Frage: Warum 9% Zinsen bei der Bank bezahlen, wenn ich ein 3.5% Leasing haben kann? Lass dich davon ja nicht blenden! Die versteckten Kosten beim Leasing fressen am Ende der Laufzeit oft die Differenz zum Bankkredit restlos auf und sind alles in allem gesehen teurer für dich. Zu den versteckten Kosten gehören zum Beispiel die höheren Kosten für die Vollkaskoversicherung (wenn eigentlich Teilkasko ausreichen würde), die Verpflichtung den Autoservice bei der teuren Vertragsgarage durchzuführen, begrenzte Anzahl Kilometer, überteuerte Preise wenn du das Auto am Schluss des Leasings behalten möchtest, teure Reparaturen am Ende der Laufzeit etc. Ausserdem kannst du die Zinsen für Bankkredite in der Schweiz bei deinen Steuern in Abzug bringen! Entscheide nicht vorschnell und überprüfe online oder bei deiner Bank die verschiedenen Kreditmöglichkeiten und -Kosten und lass dir eine Aufstellung machen, wie viel du bis wann an die Bank zurückzahlen musst. Unter Umständen ist ein Autokredit auch günstiger als ein normaler Privatkredit, weil das Geld an eine bestimmte Sache (das Auto) gebunden ist.

Wenn du jeweils eine Offerte für ein Leasing und eine für einen Bankkredit hast, kannst du die jeweiligen Gesamtkosten zum Beispiel bei diesem Kreditrechner ganz einfach vergleichen.


Schlussendlich bleibt noch zu sagen dass die Banken und Leasingfirmen immer eine Bonitätsprüfung bei dir durchführen. Es kann sein, dass du aufgrund deiner finanziellen Lage keinen Kredit in der gewünschten Höhe erhältst oder dir das Leasing versagt wird. In diesem Fall solltest du dich aber in aller Ernsthaftigkeit fragen, ob du mit der aktuellen Finanzlage tatsächlich ein so teures Fahrzeug brauchst. Die Chance, dass du dich finanziell übernimmst wenn die Banken und Leasinggesellschaften abwinken, ist ziemlich hoch! Ausserdem lohnt sich die Überlegung, ob ein Neuwagen wirklich sein muss, da diese Autos sehr schnell an Wert verlieren und du tausende Franken sparen kannst, wenn du eins kaufst, das erst ein paar wenige Jahre alt ist. Brandneu ist nicht immer besser.


Wie funktioniert die Steuerberechnung und wie kannst du Steuern sparen?

Wenn du schon einmal selber eine Steuererklärung ausgefüllt hast, dann weisst du vielleicht, was in welche Felder einzufüllen ist. Wie die Berechnung der Steuerabgaben genau gemacht wird ist dir aber schleierhaft. Damit du dein Sparpotential bei den Steuern ermitteln und umsetzen kannst, ist es aber wichtig, dass du verstehst wie die Berechnung funktioniert und wie du diese selber vornehmen kannst. Im nachfolgenden Teil zeige ich dir, wie das geht.


Für dich wichtig sind die Einkommens- und Vermögenssteuern. Erstere besteuert dein Einkommen, letzere dein Vermögen wie Bargeld, Schmuck, Auto etc. Es gibt in der Schweiz einen Grundtarif und einen Verheiratetentarif. Damit man deine Steuerbasis - die einfache Staatssteuer - berechnen kann, wird eine Tabelle oder ein Prozentsatz verwendet, die kantonal unterschiedlich sind. Um die Tabelle zu verstehen musst du wissen, was kalte Progression bedeutet. Einfach gesagt soll das System dafür sorgen, dass Leute die viel verdienen höher besteuert werden, als Leute, die wenig verdienen. Je nach Höhe deines Einkommens, bist du in einer bestimmten Steuerklasse. Je mehr du verdienst desto mehr gibst du ab. Das kann aber auch bedeuten, dass eine kleine Gehaltserhöhung dafür sorgen kann, dass du in die nächsthöhere Steuerklasse rutschst und unterm Strich weniger als vor der Erhöhung verdienst, weil die kalte Progression im schlimmsten Fall eine überproportionale Steuererhöung nach sich zieht! Massgeblich für die Berechnung der einfachen Staatssteuer ist dein steuerbares Einkommen. Das ist das Einkommen, das dir nach Abzug der Sozialversicherungsabgaben, Berufsauslagen, Fahrzeugkosten etc. übrig bleibt. Wenn du deine Steuererklärung auf dem PC ausfüllst, siehst du das steuerbare Einkommen auf der letzten Seite.


Nachfolgend siehst du die Tabelle zur Berechnung der Steuern im Kanton Zürich:

Ein Beispiel: Du bist nicht verheiratet und dein steuerbares Einkommen beträgt 45'500 CHF. Um die einfache Steuer zu bestimmen, fängst du bei der nächstkleineren Zahl in der Tabelle an, also bei 43'700 CHF Einkommen, sprich 1'646 CHF Steuerbelastung als Basis. Die Differenz zwischen 43'700 CHF und deinem Einkommen 45'500 CHF beträgt 1'800 CHF. Diese musst du durch 100 teilen und gemäss Tabelle mit 7 CHF multiplizieren, sprich 1'800 CHF / 100 * 7 = 126 CHF.

Das heisst, deine einfache Staatssteuer beträgt 1'646 CHF + 126 CHF= 1'772 CHF.


Darauf basierend werden die Kantons-, Gemeine- und Kirchensteuern berechnet. Wohnst du zum Beispiel im Kanton Zürich in einer Gemeinde mit 122% Steuerfuss und 11% Kirchensteuer, sieht die Berechnung dann wie folgt aus:


Kantonssteuer für Zürich (100% der einfachen Steuer): 1'772 CHF

Gemeindesteuer (122% der einfachen Steuer): 2'162 CHF

Kirchensteuer (11% der einfachen Steuer): 195 CHF

Total Einkommenssteuer: 4'129 CHF


An diesem Beispiel siehst du auch die Auswirkungen von hohen resp. niedrigen Steuerfüssen von Gemeinden und Kantonen. Wenn du umziehen willst kann es sich also durchaus lohnen, wenn du dich über die Steuerfüsse am neuen Ort schlau machst und die steuerlichen Auswirkungen ungefähr einschätzen kannst.


Dasselbe Berechnungsspiel macht man dann auch nochmal für die direkte Bundessteuer. Diese wird ebenfalls vom steuerbaren Einkommen berechnet, für die Bundessteuer gelten aber andere Abzüge als für die Kantons- und Gemeindesteuern. Daher rate ich dir, deine Steuererklärung auf der Software vom Kanton zu machen, wenn du sie selber erstellst. Wenn dich die Tabelle für die Bundessteuer interessiert, kannst du diese zum Beispiel hier finden.

Zusätzlich kommt dann auch noch die Vermögenssteuer. Aber keine Sorge, solange du kein Vermögen wie Bargeld, Autos, Schmuck, Wohneigentum etc. im Wert von 77'000 CHF und mehr besitzt, bist du hierfür nicht steuerpflichtig. Ansonsten gibt es auch dafür eine ähnliche Tabelle wie diejenige für die Einkommenssteuer.


Wie aber kannst du jetzt konkret Steuern sparen?

Ein Beispiel: Beim oben genannten Einkommen wäre die nächsttiefere Steuerklasse bei einem steuerbaren Einkommen zwischen 33'000 CHF und 43'700 CHF. In dieser Klasse kostet jede 100 CHF Differenz zum tiefsten Wert 33'000 CHF lediglich 6 CHF. In der nächsten kostet sie 7 CHF. Heisst, dein Ziel würde es sein, dein Einkommen mit Abzügen so zu schmälern, dass du in dieser tieferen Steuerklasse angesiedelt wirst.

Du kannst zum Beispiel 6000 CHF innert einem Jahr auf dein 3. Säule Konto einzahlen. Das ist steuerlich absetzbar, sprich dein steuerbares Einkommen beträgt neu 45'500 CHF - 6'000 CHF = 39'500 CHF. Somit beträgt deine neue einfache Steuer 1'394 CHF. Damit hast du bereits auf der einfachen Staatssteuer satte 378 CHF gespart. Wenn du dann noch die Kantons- und Gemeindesteuern berücksichtigst, sparst du im obigen Beispiel insgesamt 881 CHF! Auch bei der Bundessteuer wirst du logischerweise weniger bezahlen, aber ich will es jetzt mit den Beispielen nicht übertreiben und alles ins kleinste Detail berechnen. Wenn du das Prinzip verstanden hast, kannst du deine Situation selber einschätzen und dir deine Sparziele setzen, um die nächsttiefere Steuerklasse zu erreichen. Manchmal hilft es aber auch, einfach nur nicht in die nächsthöhere Klasse zu fallen. Auch da kannst du mit der Tabelle einfach prüfen, wie viel Luft du noch nach oben hast wenn zum Beispiel eine Gehaltserhöhung winkt. Die jeweiligen kantonalen Tabellen findest im Normalfall online.


Folgende Tipps kann ich dir geben, damit du deine Abzüge erhöhen und das steuerbare Einkommen reduzieren kannst. Ich würde dir empfehlen:


1. Eröffne ein Säule-3a-Konto bei einer Bank. Das muss nicht zwingend deine Hausbank sein, da bist du frei in der Wahl und kannst Angebote vergleichen. Dieses Konto ist für deine private Altersvorsorge gedacht (neben der beruflichen Vorsorge = 2. Säule). Das Geld das du einzahlst plus alle angefallenen Zinsen gehört dir! Du kannst es aber vor deiner Rente nicht anrühren, ausser in folgenden 3 Fällen:


- Du machst dich selbstständig

- Du kaufst dir ein Eigenheim

- Du wanderst definitiv ins Ausland aus


Da die jährliche Einzahlung vollumfänglich von der Steuer absetzbar ist, kann dir das eigentlich nur Vorteile bringen. Ausserdem legst du für deine Rente einen zusätzlichen Batzen auf die Seite. Die jährliche Einzahlung ist aber jeweils auf ein Maximum beschränkt, den Maximalbetrag kannst du jährlich online checken oder deine Bank dafür konsultieren.


Noch ein Hinweis: Versicherungen bieten 3a-Konten ebenfalls an, die Einzahlungen auf das Konto sind aber meist an Bedingungen geknüpft und die hohen Verwaltungskosten der Versicherungen fressen lange Zeit einen Grossteil deiner Einzahlungen auf, auch wenn die Renditeversprechungen von Versicherungen höher sind als die der Banken. Ich bevorzuge die Variante der Bank weil ich A) keine Verwaltungskosten von einer Versicherung damit finanziere und B) selber entscheiden kann ob, wie viel und wann ich auf mein Konto einzahle.


2. Bringe Versicherungsprämien in Abzug. Abzugsberechtigt sind folgende Versicherungsprämien:


- Krankenkasse

- Unfallversicherung (falls du nicht angestellt bist und diese selber abschliessen musst)

- Todesfallversicherung

- Weitere Lebensversicherungen


3. Ziehe Krankheits- oder Unfallkosten ab. Du kannst alle Rechnungen infolge eines Unfalls oder Krankheit von der Steuer absetzen, sofern die Kosten nicht durch die Versicherung bezahlt worden sind. Da du aber innerhalb der gewählten Franchise und durch den Selbstbehalt von maximal 700 CHF im Jahr gewisse Gesundheitskosten zwingend selber berappen musst, kannst du diese abziehen. Auch abzugsfähig sind Ausgaben für rezeptflichtige Brillen und Kontaktlinsen, lizenzierte Naturheiler und Zahnarztkosten. Aber Achtung: Die meisten Kantone sehen hier einen hohen Selbstbehalt von 5% des Nettojahresgehalts vor. Das bedeutet, bis 5% deines Netto-Jahreseinkommens kannst du nichts abziehen, alles was drüber liegt, kannst du in Abzug bringen. Mach dich aber über diesen Umstand in deinem Wohnkanton schlau.


4. Abzug für Weiterbildungskosten. Sofern es sich nicht um deine Erstausbildung handelt, kannst du sämtliche Weiterbildungskosten abziehen, die maximale Höhe für den Abzug variiert zwischen den Kantonen. Du musst die Kosten aber belegen können. Zürich allerdings lässt einen pauschalen Abzug von 500 CHF ohne Belege zu. Falls du im Kanton Zürich lebst, mach diesen Abzug geltend, auch wenn du keine Weiterbildung gemacht hast.


5. Fahrtkosten und Velo immer abziehen. Auch wenn du kein Fahrrad besitzt kannst du pauschal 700 CHF dafür in Abzug bringen, tu das! Fahrkosten mit dem Auto oder Motorrad kannst du in Abzug bringen, wenn du pro Tag eine Zeitersparnis von 1 Stunde gegenüber dem ÖV hinkriegst. Falls nicht, gib unbedingt die Abonnementskosten für die Fahrt mit dem Bus oder Zug an. Auch wenn du mit dem Fahrrad zur Arbeit fährst, kannst du ÖV Kosten abziehen! Checke die Preise für die Abonnemente online und ziehe den entsprechenden Betrag ab. Als Beleg kannst du einen Printscreen der Abonnementskosten beilegen.


6. Berufsauslagen geltend machen. Du kannst nebst Weiterbildungen und Fahrtkosten auch noch weitere Berufsauslagen wie Laptops, Fachbücher, Arbeitskleidung, Verpflegung etc. in Abzug bringen. Üblicherweise gibt es bei der Steuer-Software einen vorausgefüllten pauschalen Abzug, den du drin lassen kannst. Falls du höhere Auslagen als die Pauschale hattest, korrigiere den Abzug und leg die Belege bei. Bei der Verpflegung kannst du 3200 CHF im Jahr geltend machen, sofern dein Arbeitgeber dir keine Vergünstigungen für Mittagessen gewährt. Ansonsten gilt die Hälfte. Ich gebe hier immer 3200 CHF an, auch wenn wir für ausgewählte Restaurants von meinem Arbeitgeber eine Vergütung bekommen. Die Steuerabteilung kann den Betrag kürzen wenn im Spesenreglement was anderes steht, ich lasse trotzdem immer den höheren Betrag drin.


7. Kinderabzüge geltend machen. Diese sind pro Kanton definiert und gelten meist nur für minderjährige Kinder. Es kann aber auch Steuervergünstigungen geben, wenn deine Kinder bereits volljährig sind und zu Hause wohnen, dann nämlich, wenn sie noch in der Erstausbildung sind.


8. Spenden sind abzugsberechtigt. Wenn du Spenden an gemeinnützige Organisationen oder politische Parteien tätigst, kannst du diese normalerweise in Abzug bringen, musst aber die Belege dafür beilegen. Auch hier gibt es viele kantonale Unterschiede, die du hier einsehen kannst.


9. Kursgewinne von Aktien und Dividenden sind steuerfrei, sofern du kein gewerbsmässiger Händler bist.


10. Schuldzinsen kannst du immer in Abzug bringen. Wenn du bei einem Finanzinstitut einen Kredit aufgenommen hast, kannst du die in einem Jahr bezahlten Kreditzinsen in Abzug bringen. Aber Achtung: Du kannst nicht einfach die monatlichen Beträge abziehen, sondern nur die Zinsen. Du erhältst von der Bank per Ende Jahr immer den Steuerbeleg. Die darauf ausgewiesenen Zinsen kannst du abziehen und den Beleg anfügen. Dasselbe gilt übrigens auch für Zinsen, die dir vom Kreditkartenanbieter belastet werden und sogar für Verzugszinsen, wenn du mal zu spät bezahlst. Das kannst du alles in Abzug bringen und die Belege anfügen. Nicht abzugsfähig sind Leasingkosten. Daher lohnt es sich, wenn du statt Leasing einen Bankkredit für dein Auto aufnimmst.


11. Alimente unbedingt abziehen. Falls du an deinen Ex-Partner oder Kinder, die bei deinem Ex-Partner leben Alimente bezahlst, sind diese steuerlich vollständig absetzbar. Sprich, du kannst alle in einem Jahr geleisteten Beträge in Abzug bringen. Du musst jedoch die Belege dafür deiner Steuererklärung beilegen. Falls deine Kinder volljährig sind, kannst du die bezahlten Alimente im Normalfall nicht mehr in Abzug bringen. Gut zu wissen: Der Elternteil, der Alimente erhält, muss diese als Einkommen deklarieren, wird dafür also steuerpflichtig.


12. Kirchensteuer. Ich weiss, die Religion ist ein heikles Thema und ich will hier auch nicht auf emotionaler Ebene drauf eingehen. Überlege dir, ob du Mitglied in der Kirche bleiben möchtest oder nicht. Falls du austreten willst bedenke aber, dass du dann auch auf ihre Leistungen wie kirchliche Hochzeit, katholische Beerdigung etc. verzichtest. Natürlich gibt es auch andere Gründe, in der Kirche zu bleiben. Wenn auch nur, um finanzielle Unterstützung zu bieten. Auf der anderen Seite kannst du mit einem Austritt Geld sparen. Das ist jedem selber überlassen. Wenn du austreten willst, gibt es zig Briefvorlagen online dafür und du wählst dann bei der nächsten Steuererklärung Konfession "andere" oder "ohne" und zahlst keine Kirchensteuer mehr.



Ich hoffe, dieser Post hat dir geholfen und etwas Licht in den Dschungel der Finanzen gebracht. Natürlich sind meine Aufzählungen und Tipps nicht abschliessend, sollten aber eine gute Grundlage bilden, wenn du zum Beispiel bald vom Elternhaus ausziehen möchtest oder wenn du deine Finanzen sowieso mal generell überprüfen möchtest. Mit der richtigen Anwendung und der Optimierung deiner Fixkosten lässt sich nicht wenig Geld einsparen, auch wenn es nach ziemlich viel Aufwand aussieht. Falls du weitere Fragen hast oder ich ein Thema vergessen habe, schreib mir doch eine E-Mail oder lass einen Kommentar da. Bis dann - frohes Sparen!

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