Suche
  • Lilly

Warum ich das schreibe und (unweigerlich) wer ist die Alte vor der Tastatur?

Aktualisiert: Mai 6

Kommt es dir bekannt vor, dass du dich manchmal an die guten alten Offline-Zeiten sehnst? Nein? Dann bist du entweder sehr jung oder magst das Internet wirklich gerne. Nicht, dass ich hier jemanden verurteilen will. Ohne Internet geht heute nichts mehr und jung (und teilweise ziemlich dumm) waren wir alle mal. 

Ok ich bin grade mal 29b, meine Version von 31. Also sollte ich meine Klappe bezüglich Alter nicht zu weit aufreissen. Allerdings muss ich sagen, dass ich über das Alter und das älter werden in letzter Zeit ziemlich oft nachgedacht habe und mich fragte, was es mir bis jetzt gebracht hat. Ich würde sagen, eine ganze Menge. 

Daher habe ich entschieden, meine Erfahrungen und mein Wissen mit der Welt zu teilen und so vielleicht der einen oder anderen jüngeren Dame in gewissen Situationen zu helfen und den Rest einfach zum Nachdenken oder zum Lachen zu bringen. Eine ganz simple Sache. 

Und wieso auch nicht? Das Leben ist komplex genug. 

Vor allem mit der relativ jungen Entwicklung von Social Media und Zugänglichkeit des gesamten Lebens im Internet. Das Paradoxe am Internet und dem ganzen vernetzten Geflecht von Online-Identitäten ist doch, dass man buchstäblich alles miteinander teilt, es aber trotzdem viel unpersönlicher scheint als früher, wo man sich noch bei der Pyjama Party seine Geheimnisse erzählt hat. Ich könnte - wenn ich wollte – rausfinden, was meine Nachbarin heute zum Frühstück hatte, wo sie im Fitness war und mit wem sie am Abend ein Date hat. Sehe die Frau aber persönlich höchstens einmal die Woche. Das ist völlig abartig. 

Und seien wir mal ehrlich. Im Internet kursieren so viele auf Hochglanz gebrachte Blogs, Vlogs und Stories, dass es dir fast ins Gesicht kotzt. 

Aber selbstverständlich ist dieses Mädel nur auf Reisen, frisst sich durch den halben Globus und sieht immer noch dünner als ein Hutständer aus. Aber klar ist dieser «woke up like this» Look absolut normal. Und mein persönlicher Favorit: Mädel läuft voraus, mit dem Arm nach hinten rausgestreckt und die Hand ihres Liebsten in der Hand, während die beiden irgendwo auf dem Himalaya stehen. Echt jetzt? Wie überaus innovativ, hust. 

Ist nicht so dass mich die Tatsache nervt, dass diese Personen offensichtlich nichts anderes zu tun haben, also oberflächliche und realitätsfremde Bilder und Comments zu posten. Mich nervt die Tatsache, dass man als Otto Normalverbraucher doch tatsächlich das Gefühl kriegt, man sei total langweilig. Und dann sehen unsere Haare nie so aus wie auf diesen Bildern (nicht mal wenn wir uns 2 Stunden vor dem Spiegel frisieren), die Fettröllchen quellen oben aus der Jeans raus und wir kompensieren unsere Couch-Potato Zeit indem wir andere stalken und davon träumen, jetzt auch an diesem geilen Sandstrand zu sein. 

Fakt ist doch: Das normale Leben ist Routine und teils auch ziemlich langweilig. Aber es sind die kleinen Momente, die einen immer wieder völlig unkontrolliert zum Lachen oder Heulen bringen, die uns nachdenken lassen und die uns zeigen, wie wir halt als Mensch sind. 

Um diese Momente geht es mir hier. Um die wirklich wichtigen Fragen wie «Gehört Ananas auf eine Pizza?» oder «Habe doch erst letzte Woche gestaubsaugt, muss ich wirklich schon wieder?» 

Jemand muss ja mal die Wahrheit aussprechen und total ehrlich sein. Wem das zu langweilig ist, der sollte jetzt schnell auf den Hochglanz-Kanal schalten. Die anderen bleiben und amüsieren sich zusammen mit mir über all die Momente die dem einen oder anderen sicherlich bekannt vorkommen. Ganz im Sinne von «Tell me about it» .. Das Ziel hiervon ist es nicht, dass ich eine Million Follower habe oder eine Influenza werde (Influenzer sind echt wie eine Krankheit geworden). Das Ziel liegt eher im Weg, eine niedergeschriebene Version der ganzen alltäglichen Situationen zu kreieren. Heutzutage sind wir ja nicht mal mehr imstande, Videos, die länger als 3 Minuten dauern, unsere volle Aufmerksamkeit zu schenken. Youtube sei Dank. Wie wäre es dann mal wieder mit der guten alten niedergeschriebenen Geschichte? Ich persönlich habe nichts dagegen, mal wieder ein wenig Entschleunigung zu erleben und Wörter zu lesen. Und ja, die Ironie bei der Sache, einen Blog im Internet zu schreiben, ist mir durchaus bewusst. Aber das gehört halt zu unserer Zeit dazu und man will ja mithalten.

Und ganz nebenbei kann ich hier über Dinge schreiben, die mich faszinieren, anekeln, amüsieren und zum Nachdenken bringen. 


Da wir nun das Warum geklärt haben, gehen wir zum nächsten Teil der Frage über. Nämlich, wer ist die Alte vor der Tastatur. Ich versuche es an dieser Stelle kurz zu halten, weil du unter der Rubrik "about me" viele pikante Details über mich und mein Liebesleben erfahren wirst. Ausserdem wäre eine biographische Zusammenfassung der vergangenen 31 Jahre auch ziemlich uninteressant. Daher nur die wichtigsten Eckdaten.

Mein Alter kennst du ja schon und dass ich weiblich bin ist (hoffentlich) auch bereits klar. Mein Name ist glaube ich irrelevant aber für den Fall, dass du zu der Sorte Mensch gehörst, die gerne den Dingen Namen verpassen – nenn mich Lilly. 

Ich habe das Glück, in der Schweiz geboren und aufgewachsen zu sein. Glück, weil ich in der Lotterie des Lebens ebenso gut irgendwo im Busch von Afrika hätte geboren werden können. Oder noch schlimmer – in Deutschland. Nein, nur ein kleiner Scherz am Rande, ich mag die Deutschen.

Was ich nicht mag sind Idioten, Montage, Kratzer im Nagellack und Ananas.

Ich bin ein Hunde-Mensch, stehe mit beiden Beinen und auf High Heels im Leben, weiss trotzdem oft nicht was ich will und nehme mich selbst nicht immer allzu ernst. Trotz meiner Einschätzung, optisch absoluter Durchschnitt zu sein, hatte ich schon einen gewissen Männerverschleiss und kann aus diesen Feldstudien einiges berichten. Ich gehöre zu der Sorte Frau, die munter immer wieder dieselben Fehler mit den Männern gemacht hat und jetzt im hohen Alter von 31 Jahren rückblickend daraus lernen kann. Also, vielleicht. Mal sehen.


Ich denke, das sollte dir mal einen groben Überblick verschaffen, über wessen Leben du hier so ausführlich liest. Und ich kann dir schon mal verraten, dass meine Lebensgeschichte bis jetzt nicht so öde war. Abschliessend bleibt nur noch hinzuzufügen, dass ich, wie man sicherlich unschwer erkennen kann, einen fabelhaften Humor besitze und einen ganz minimen Hang zum Sarkasmus habe. Ach ja und eingebildet bin ich überhaupt nicht. Also. Manchmal. 

33 Ansichten
valid-rss-rogers.png