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  • Lilly

7. Teil: Das Erwachen

Bei meinem neuen Arbeitgeber kam es eines Tages im April 2018 dazu, dass Tom plötzlich in der Raucherpause neben mir stand. Mein erster Gedanke war “Den habe ich noch nie gesehen, der wäre mir sofort aufgefallen”. Er sah gut aus, schmale Figur, etwas schüchtern und 3 Jahre jünger als ich. Er hat eine Tochter, die damals 5 Jahre alt war und man sah ihm an, dass er ein grundlegend guter und gemütlicher Mensch ist. Wir kamen ins Gespräch und es stellte sich heraus, dass er gerade im Militär gewesen ist, als ich beim neuen Arbeitgeber angefangen habe. Deshalb hatte ich ihn noch nicht bemerkt. Er selber arbeitete für denselben Arbeitgeber in der IT, im anderen Gebäude. Wir verstanden uns sofort super und waren auch humortechnisch auf derselben Wellenlänge. Im Büro unterhielten wir uns stundenlang über Gott und die Welt im Firmenchat. Ich machte ihm ziemlich schnell klar, dass ich einen Freund habe und nur an Freundschaft interessiert bin. Das war anfangs auch tatsächlich so. Ich kannte mich gut genug um zu wissen, dass so eine Situation schnell gefährlich werden konnte. Hatte ich nicht auch Ashif auf diese Weise kennengelernt?  Also gab ich Tom weder meine Nummer, noch wollte ich auf Facebook mit ihm befreundet sein. Das war ok für ihn. Das ging ein paar Wochen so und es ging auch gut so. Zu Hause versuchte ich nicht an ihn zu denken und zur Arbeit ging ich liebend gerne.  Draussen wurde es erst Frühling, dann langsam sommerlich. Tom wurde etwas mutiger und fing manchmal an, zweideutige Anspielungen im Scherz zu schreiben. Erst fuhr ich ihm jedes Mal über den Mund oder ignorierte die Anspielungen. Mit der Zeit aber gab ich zurück und wir drifteten immer weiter in eine Richtung ab, in die ich eigentlich nicht gehen wollte. Aber wenn ich mir gegenüber komplett ehrlich bin, dann wusste ich eigentlich schon lange, dass die Beziehung mit Ashif keine Zukunft mehr hatte. Ich versuchte seit Jahren alles Mögliche, um diese Beziehung am Laufen zu halten und zurück kam absolut nichts! Allerdings gab es da noch eine Sache: Der Malediven-Urlaub mit Ashif, den wir schon lange gebucht hatten. Im Juni (also ein paar Tagen) sollte es losgehen.  Ich hätte natürlich, analog zur Beziehung mit Flo, Ashif rauswerfen und mit Tom dahingehen können. Ich habe mir das sogar überlegt. Aber Tom hatte für diesen Zeitraum sowieso schon andere Pläne, also verwarf ich die Idee schnell wieder. Giulia stand nicht zur Verfügung, die war mit ihrem Freund unterwegs. Kurz vor unserem Urlaub verabschiedete ich mich in einer letzten Raucherpause von Tom. Ich war etwas übermütig und warf mich ihm um den Hals. Wir haben uns nicht geküsst, nur umarmt. Aber ich merkte, dass ihm die Situation überhaupt nicht unangenehm war.  Und so flog ich schweren Herzens mit Ashif in den Urlaub. Die Ferien waren trotz allem schön und erholsam. Aber halt so wie immer. Er betrank sich von morgens bis abends, zwischendurch waren wir tauchen, er suchte sich irgendwelche Kumpels mit denen er rumhängen konnte (auf dieser Insel gab es sogar andere Kerle, die alleine da waren) und ich verzog mich abends früh aufs Zimmer. Sex hatten wir sowieso schon lange keinen mehr.

Und trotz allem konnte ich in den Ferien sogar Tom vergessen und habe viel über meine Beziehung zu Ashif und meine Zukunft nachgedacht. Wie sollte es weitergehen? Ich würde niemals die Disziplin haben, mit dem Trinken und Rauchen aufzuhören, wenn von Ashif keine Hilfe oder wenigstens etwas Solidarität käme. Ich vermisste die körperliche Nähe und sei es nur etwas Kuscheln oder Händchen zu halten. Aber Ashif war für solche Dinge überhaupt nicht zu haben. Und überhaupt: Wofür lohnte es sich denn noch zu kämpfen? Ich kämpfte schon seit unserem Mexiko-Urlaub von vor 5 Jahren. Ich musste mich verstellen, ich musste Kompromisse finden und ich musste immer nachgeben.. Und so kam es, dass unsere Beziehung dort endete, wo sie 4 Jahre zuvor hätte enden sollen: Auf den Malediven. Ich machte nicht im Urlaub Schluss. Aber dort auf einer schönen Insel, unter den Palmen und am weissen Sandstrand kam ich zum Entschluss, dass ich so nicht weitermachen will.  Wieder zu Hause angekommen waren es nur noch wenige Tage bis zu meinem 30.Geburtstag. Ich hatte nichts geplant, wie üblich. Den letzten Geburtstag hatte ich 2014 gefeiert und wie der rausgekommen ist, weisst du ja. Seit da hatte ich nie mehr Lust, irgendetwas zu unternehmen. Allerdings musste ich dringend raus. Also schnappte ich mir Giulia und fuhr mit ihr übers Wochenende in die Berge. Wir gingen wandern und haben uns ausführlich unterhalten. Ich erzählte ihr damals erstmals von Tom und dass ich Schluss machen würde. Letzteres hatte ich in den langen Jahren der Beziehung mit Ashif schon oft gesagt, also mass sie dieser Information wohl keine grosse Bedeutung bei. Tom allerdings war ein anderes Thema. Sie kennt mich und sie wusste genau, dass ich jetzt, wo ein anderer Mann in Sichtweite war, mit viel höherer Wahrscheinlichkeit tatsächlich die Beziehung beenden würde. Sie urteilte aber auch in dieser Situation nicht und fragte mich, womit ich mich besser fühlen würde und was denn genau mein Plan sei. Der Plan war simpel. Abstand gewinnen, sich sicher sein, nach Hause gehen, Schluss machen. Im Grunde genau das, was ich damals mit Lucas gemacht hatte. Schade war nicht Neujahr. Sonst hätte ich Ashif gerne ”happy new year” an den Kopf geworfen, analog zu seinem Vorschlag von damals. Karma is a bitch.  Ich fuhr nach dem Wochenende mit Giulia nach Hause und setzte mich mit Ashif an einen Tisch. Ich war nervös aber doch ziemlich ruhig. Bei mir ist es so, dass wenn ich einen Entschluss gefasst habe und das wirklich durchziehen will, dann mache ich es auch. Komme was wolle.  Ich versuchte Ashif erst mal an das Thema heranzuführen und wollte ihm erklären, weshalb ich mich so entschieden habe. Bevor ich aber auch nur einen Bruchteil von dem sagte, was ich sagen wollte, unterbrach er mich und frage, ob Schluss sei. “Auch gut”, dachte ich und sagte einfach nur “Ja”.   Er nickte und wandte sich seinem Online-Spiel zu. Aber erst schenkte er sich noch einen Whiskey ein. Ich gratulierte mir für diese tolle Leistung, holte ein paar Sachen und wollte zu Giulia verschwinden. Er rief mich nochmals zurück und sagte, dass für meinen Geburtstag morgen eine Überraschungsparty geplant sei. Er hat Giulia und meine anderen Mädels eingeladen und einen Tisch im italienischen Restaurant gegenüber gebucht. Ich sollte eventuell alle kurz anschreiben, dass die Fete nicht stattfinden würde. Ich dankte ihm für die Info und ging zu Giulia. Dort stellte sich heraus, dass er, wie üblich, eigentlich gar nichts für meinem Geburtstag geplant hatte. Giulia hatte ihm geschrieben, ob sie nicht eine kleine Fete veranstalten könne. Sie würde alles mitnehmen und auch wieder aufräumen, er müsste nur anwesend sein. Er verneinte. Dann schlug sie ein Essen im Restaurant vor. Er bejahte, aber nur, wenn sie eine Reservation im Restaurant gegenüber machen würde. Dann hätte er nicht zu lange bis nach Hause. Das war ja echt mal wieder typisch. Sich ins rechte Licht rücken und als Held dastehen zu wollen. Der Typ hatte echt die Selbstwahrnehmung eines Eichhörnchens! Dachte er echt nicht so weit, dass ich Giulia auf das Essen ansprechen und die Wahrheit erfahren würde? Ashif war kein schlechter Mensch. Er war einfach von seiner Mutter als Einzelkind verhätschelt worden, dachte daher, er könne sich alles erlauben und benahm sich nicht selten wie die Axt im Walde mir gegenüber. Aber bei aller Liebe, das war definitiv zu viel und ich war nur noch froh, dass ich es endlich hinter mir hatte. Giulia auf jeden Fall war total durch den Wind vor Freude. Sie rückte auch endlich mit der Sprache raus. Sie sagte mir, dass sie Ashif von Anfang an gehasst hat, dass sie seine Art wie er mit mir umsprang überhaupt nicht leiden konnte. Sie wollte mir das nie so direkt sagen, weil sie mich nicht beeinflussen wollte. Ich dankte ihr dafür. Auch dafür, dass sie mich bei sich wohnen lassen wollte. Sie war mit Feuereifer dabei. Allerdings wohnte sie nicht alleine, sondern mit ihrem Freund. Und es fühlte sich komisch an, bei ihnen zu leben. Und aufgrund meines schlechten Timings würde diese Situation noch 8 Monate anhalten. Die Wohnung von Ashif und mir hatte lediglich zwei Kündigungstermine im Jahr. Und den einen hatten wir grade um zwei Wochen verpasst. Einen Nachmieter zu finden war so gut wie unmöglich. Für die Lage war die Wohnung einfach zu teuer und vor unserem Einzug stand sie knappe 2 Jahre leer.  Ich wollte mir um meine Wohnsituation jedoch noch keine Gedanken machen. Erst einmal mit der neuen Situation klar kommen und meine Freiheit geniessen! Ich verbrachte meinen 30. Geburtstag mit Giulia, ihrem Freund und den anderen Mädels und hatte eine gute Zeit. Tom lud ich nicht ein.  Den sah ich im Büro ja. Ich teilte ihm natürlich mit, dass ich Schluss gemacht hätte. Er freute sich.  Er fragte mich, wo ich denn jetzt wohnen würde. Ich erklärte ihm, dass ich bei Giulia bleiben kann, mich allerdings damit nicht ganz wohl fühle. Seine Antwort überraschte mich keineswegs “Komm doch zu mir”. Ich dachte kurz darüber nach. Wieso auch nicht? So lernt man sich am besten kennen. Aber 1 Tag nachdem Schluss ist, gleich mit jemand neuem zusammenziehen ist sogar für meine Verhältnisse überstürzt. Zum Glück gab es noch eine gute Seele in meinem Umfeld: Mio. Er arbeitete mit mir zusammen und bekam meine Situation natürlich mit. Er bot mir daher an, bei sich zu Hause ein Zimmer für mich freizuräumen. Klar, ich kannte ihn erst ein paar Monate aber ich dachte mir, dass wir sicherlich gut miteinander auskommen würden. Und seine Wohnung lag echt nahe an unserem gemeinsamen Arbeitgeber und das Beste: Ich brauchte mir keine Sorgen über Annäherungsversuche zu machen. Er ist schwul.  Trotzdem ich das Angebot von Giulia und Tom hatte, wollte ich lieber zu Mio ziehen. Keine Ahnung wieso, aber ich hatte das Gefühl, das würde am besten funktionieren. Giulia würde nach Monaten meiner Anwesenheit durchdrehen (und ihr Freund erst!) und die Beziehung zu Tom war noch viel zu jung für so was. Ausserdem erhoffte ich mir lustige Abende und viele Gespräche mit Mio. Und das war absolut der Fall. Es war, als lebte ich mit einer guten Freundin zusammen. Ausser, dass gute Freundinnen nicht zwingend jedes winzige Detail über das beste Stück ihrer unzähligen Sexualpartner beschreiben. Also doch das schon. Aber nicht SO genau.  Ich wurde eingeweiht in gewisse Schwulencodes, in ihre gängigsten Sexualpraktiken, wo genau in der Schweiz die geheimen Schwulenplätze sind und wie das jetzt genau mit dem Sex von hinten funktioniert. Inklusive Tips. Meine Güte, System overload.  Aber lustig wars. Und ich war Mio unendlich dankbar für seine Hilfe. Er liess mich kostenlos bei sich wohnen und versah seinen Briefkasten mit meinem Namen, so dass ich mir die Post nachsenden konnte. Er war mir auch eine Hilfe als Ashif mich mit Drohanrüfen überhäufte.  Ashif hatte zwar im ersten Moment mit einem Schulterzucken reagiert, er war aber alles andere als bereit für diesen Entscheid von mir. Gezwungenermassen musste ich mich die ersten paar Tage nach Hause begeben und meine Koffer mit dem Nötigsten packen. Einmal war ich so verschwitzt, dass ich kurz unter die Dusche sprang. In dieser Zeit musste Ashif mein Handy durchwühlt haben. Denn ich ging kurz danach zu Mio, wir wollten uns in Ikea umschauen. Dort angekommen klingelte mein Telefon und Ahif war dran. Betrunken. Und ziemlich in Rage. Er nannte den vollen Namen von Tom und fragte mich, ob ich ernsthaft geglaubt hätte, er würde es nicht rausfinden. Ich fragte ihn “Was rausfinden?” - “Dass du schon wieder einen Neuen hast, du Schlampe”  Naja mir waren die Kraftausdrücke egal, mir waren seine Ausraster egal und auch der Umstand, dass er schon wieder hackevoll war. Ich legte auf. Danach fing der Terror an. Er schrieb mir, rief mich dutzende Male an und drohte, wenn ich nochmal einfach auflegen würde, würde was Schlimmes passieren. Mio war die ganze Zeit neben mir und hörte mit. Ich wurde immer nervöser. Er beruhigte mich und sagte, dass einer seiner besten Kumpels bei der Polizei arbeitet. Wenn es zu viel würde, würden wir dem einfach einen kurzen Besuch abstatten. Ausserdem hätte Mio zu Hause eine Neunmillimeter vom Militär und wisse, wie damit umzugehen sei. Das hat mich beruhigt und ich konnte das Ganze als das betrachten was es war: Heisse Luft um nichts. Ashif versuchte einfach, mir Angst zu machen.  Leider konnte ich ihm aber die kommenden 8 Monate nicht komplett aus dem Weg gehen und so sahen wir uns immer mal wieder, als ich was zu Hause abholen ging. Die nächste Masche, die Ashif versuchte, war Mitleid. Er sah wirklich elend aus, mit dunklen Ringen unter den Augen, zittrig und ganz blass. Aber er trank nach wie vor ein Glas Whiskey am anderen. Vielleicht sogar noch mehr als sonst. Um mir zu zeigen, wie schlecht es ihm ging natürlich. Er versuchte mich zu überreden, bei ihm zu bleiben. Sei es auch nur für eine Nacht. Er sei so einsam und er kenne niemanden im Umkreis, er habe überhaupt keinen mehr ausser mir. Es tat mir schon weh in so zu sehen und ich wusste, es brauchte für einen Menschen wie ihn extreme Überwindung, so auf Knien kriechend daherzukommen. Er schlug sogar vor, dass wir noch die verbliebenen 8 Monate zusammenwohnen könnten - quasi als Wohngemeinschaft. Ich lehnte vehement ab.  Die nächste Masche war wieder Wut und Eifersucht. Er warf mir vor, einfach so aus dem Nichts Schluss gemacht zu haben und dass mir so was überhaupt nicht ähnlich sieht. Naja ich musste mir so einiges anhören. Schlussendlich war es aber für uns beide das Beste, dass ich so schnell ausgezogen bin und Abstand zwischen uns gebracht habe. Auch wenn er mir extrem leid getan hat – ich war nicht schuld an seiner Lage! Seit wir nach Zürich gezogen sind, hatte er sich überhaupt nicht bemüht, sich ein Umfeld aufzubauen. Meine Freunde und auch die Partner meiner Freundinnen hatten ihm allesamt ihre Nummer gegeben und boten sich an, mit ihm was zu unternehmen. Er hatte nie Lust darauf. Den Kontakt zu seiner sehr liebevollen und geduldigen Mutter hatte er auch so gut wie abgebrochen. Sie hatte schon seit Jahren vor, in ihrer Rente (im Herbst 2018) nach Marokko zu ihrem Mann auszuwandern. Ein Häuschen in Marokko hatten sie schon. Und die Eigentumswohnung in der Innerschweiz würde sie ihrem Sohn vermachen. Ich sagte ihm, dass das seine Chance sei. Er hätte ja in ein paar Monaten seine eigene Wohnung, er könne zurück in seine gewohnte Nachbarschaft zu seinen Freunden und alles wäre schlussendlich für beide gut. Er lehnte das ab. Er bezeichnete es sogar als Frechheit und Zumutung, dass er sich jetzt um die ganze Sache mit der Hypothek und der Umschreibung der Eigentumswohnung befassen müsse. Das solle doch seine Mutter machen. Ich sagte dazu nichts. Wie kann man nur so verwöhnt sein?! Auf jeden Fall hatte sogar seine Mutter irgendwann genug. Soweit ich weiss stellte sie den Kontakt ein. Was mit der Wohnung geschah, weiss ich nicht. Der Wert der Wohnung lag knapp bei einer Million Franken. Man stelle sich das Ausmass solcher Blödheit vor! Er wirft so was einfach weg. Aus Faulheit. Und er sagte, er will nicht zurück in seine Umgebung weil dann alle schlecht von ihm denken würden, weil Schluss zwischen uns war. Er musste sich wohl eingestanden haben, dass er sich jahrelang auch seinen Freunden gegenüber absolut danebenbenommen hatte. Aber diesen Leuten unter die Augen zu treten und sich zu entschuldigen, konnte er nicht über sich bringen. Entschuldigungen waren sowieso sehr selten bei ihm.  Und da war natürlich noch das Geld. 9 Monate arbeitslos zu Hause rumhängen und die Freundin bezahlen lassen hinterlässt schon einen gewaltigen Schuldenberg. Und ich habe nur die Hälfte der Miete von dieser Zeit zurückverlangt. Handy, Internet, Krankenkasse – all das habe ich für ihn übernommen. Aber das Gute an ihm ist, dass er in Bezug auf Geld und Schulden sehr ehrlich ist. Er sagte, er würde jeden einzelnen Rappen zurückbezahlen, egal wie lange es dauern würde. Für mich ok. Da war ja sowieso noch die Frage der Aufteilung des Hausrats. Viele Dinge hatten wir gemeinsam angeschafft. Wie zum Beispiel den Fernseher oder die neue Couch. Beides wollte ich haben und zog meinen Anteil von seinen Schulden ab. Schlussendlich kamen wir grade so bei 0 raus und die Wohnungseinrichtung war aufgeteilt. Jetzt hiess es nur noch warten bis die 8 Monate vorbei wären.  Dieser Moment kam schneller als erwartet und ich war extrem froh, als ich endlich die Schlüssel unserer gemeinsamen Wohnung an die Verwaltung abgeben konnte und diese ganze Last von meinen Schultern fiel. Mit der gemeinsamen Wohnung lag nun auch die Beziehung mit Ashif in der Vergangenheit, wo sie für immer bleiben würde.  Wie du unschwer erraten kannst, sind wir jetzt mit meiner Geschichte langsam in der Gegenwart angekommen. Seit März 2019 wohne ich mit Tom zusammen. Wir arbeiten immer noch für denselben Arbeitgeber und verstehen uns nach wie vor sehr gut. Er hat eine ruhige Art und das färbt langsam auf mich ab. Umgekehrt färbt meine Art, Dinge schnell zu erledigen und sich nicht (mehr) alles gefallen zu lassen auf ihn ab. Wir ergänzen uns gut.  Natürlich gibt es auch mit ihm Reibereien und der Umstand, dass er eine mittlerweile bald 7-jährige Tochter hat, macht es teilweise nicht einfach. Aber ich muss sagen, ich bin ganz zufrieden mit meinem Leben, wie es gerade ist. Daher kann ich meine Energie jetzt auch auf andere Dinge lenken. Wie diesen Blog zum Beispiel.  Jetzt, da du weisst mit wem du es zu tun hast, hoffe ich, dass du gewisse Denkweisen und Ansichten besser verstehen kannst. Und wenn nicht, dann weisst du ja, wem die Schuld dafür zuzuschieben ist: Natürlich meiner Mutter. Das ist die Antwort auf alle sozialen Phobien und sonstige Verschrobenheiten. Zu einfach? Ja vielleicht. Habe ich ein schlechtes Gewissen deswegen? Auf keinen Fall. 

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